Wer ein Foto von sich machen lassen will, hat meistens Bilder im Kopf. Oft stammen sie von drei Namen: Helmut Newton, Peter Lindbergh, Richard Avedon. Alle drei haben Frauen fotografiert, und alle drei haben das Bild der Frau in der Fotografie stark geprägt. Aber ihre Haltung zu der Frau vor der Kamera unterschied sich völlig.
Helmut Newton: die inszenierte Macht
Helmut Newton wurde 1920 in Berlin geboren und starb 2004 in Los Angeles. Er arbeitete für die französische, italienische und australische Vogue und begann 1981 die Serie „Naked and Dressed“. Mit „Big Nudes“, einer Studioserie von 1980, wurde er weltbekannt: lebensgroße Frauenakte vor schlichtem Hintergrund, kühl, stark, kontrolliert. Seine Frauen wirken selbstbewusst und fordernd, die Bilder sind aufwendig inszeniert und haben fetischistische Untertöne. Seine Stiftung hat ihren Sitz in Berlin.
Peter Lindbergh: die Frau ohne Maske
Peter Lindbergh wurde 1944 im heutigen Polen geboren, wuchs in Duisburg auf und starb 2019 in Paris. Er arbeitete zunächst für den Stern und machte 1990 das Titelbild der britischen Vogue mit Linda Evangelista, Naomi Campbell, Tatjana Patitz, Cindy Crawford und Christy Turlington, das als Beginn der Supermodel-Ära gilt. Er fotografierte gern schwarzweiß, an Stränden und in Industrieanlagen, und lehnte das Wegretuschieren von Gesichtern ab. Sein Ziel war, Frauen von dem Zwang zu Jugend und Perfektion zu befreien.
Richard Avedon: das Gesicht ohne Kulisse
Richard Avedon, 1923 in New York geboren und 2004 in San Antonio gestorben, arbeitete für Harper’s Bazaar, die Vogue und als erster Fotograf fest für den New Yorker. Seine Portraits entstanden oft vor einfachem Hintergrund, ohne weiches Licht und ohne Requisiten, mit großem Plattenformat. Der Mensch sollte für sich sprechen. Für die Serie „In the American West“ fotografierte er 762 Personen, ein Projekt, das Kritiker auch als voyeuristisch kritisierten.
Was das für dich heißt
Hinter jedem guten Bild steckt eine Haltung zu der Person davor. Newton inszeniert, Lindbergh sucht Echtheit, Avedon konzentriert sich auf das Gesicht. Wenn du ein Shooting buchst, buchst du auch diese Haltung. Frag deshalb danach, bevor du bei jemandem buchst: Wie arbeitest du mit mir? Was passiert mit den Bildern? Wer entscheidet, was gezeigt wird?
Wie ich arbeite, zeigen dir die Bilder im Portfolio und das Kennenlerngespräch.

